Welcher Wein zu Käse? Die besten Kombinationen einfach erklärt
Erfahren Sie in diesem Artikel detailliert, welcher Wein zu welchem Käse passt. Denn bei diesem Thema scheiden sich gerne die Geister.
Ein Glas Rotwein, dazu ein Stück Käse: Für viele ist das die klassische Kombination schlechthin. Doch ausgerechnet hier hält sich ein hartnäckiger Weinmythos. Denn welcher Wein zu Käse passt, hängt vor allem von der Intensität, dem Fett- und Salzgehalt, der Textur und dem Reifegrad des Käses ab; entscheidend ist dabei auch das Zusammenspiel von Fett, Salz, Säure und Süße: Zu mildem Käse passen oft frische Weißweine, zu reifem Käse eher kräftigere Weiß- oder Rotweine, und Blauschimmelkäse harmoniert häufig besonders gut mit Süßwein. Gerade Weiß- und Schaumweine sind dabei oft vielseitiger als tanninreiche Rotweine.
Ein frischer Ziegenkäse stellt ganz andere Anforderungen an den Wein als ein kräftiger Bergkäse oder würziger Gorgonzola. Wer Wein und Käse bewusster kombinieren und besser verstehen möchte, findet hier die passenden Empfehlungen zu verschiedenen Käsesorten, die wichtigsten Grundregeln fürs Pairing, regionale Kombinationen, praktische Serviertipps und typische Fehler, die den Genuss schnell stören und je nach Anlass variieren können.
Die gute Nachricht: Mit einigen einfachen Grundregeln findest du schnell die richtige Kombination – und stellst eine Käse-Wein-Platte zusammen, die wirklich zum Genusserlebnis wird.
Zusammenfassung: Welcher Wein passt zu welchem Käse? Die Keyfacts
Wenn du nicht lange suchen möchtest, hilft dir diese Tabelle bei der Auswahl:
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Käseart |
Beispiele |
Passende Weine |
|---|---|---|
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Frischkäse |
Ricotta, Mozzarella, Burrata |
Sauvignon Blanc, Weißburgunder, Pinot Grigio, trockener Rosé |
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Ziegenkäse |
Ziegenfrischkäse, Crottin |
Sauvignon Blanc, Riesling, Kerner |
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Weißschimmelkäse |
Brie, Camembert |
Chardonnay, Weißburgunder, Schaumwein, Blauburgunder |
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Rotschmierkäse |
Taleggio, Münster, Limburger |
Gewürztraminer, kräftiger Weißburgunder |
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Schnittkäse |
Gouda, Edamer, Fontina |
Weißburgunder, Chardonnay, leichter Blauburgunder |
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Hartkäse |
Bergkäse, Parmesan, Pecorino, Comté |
kräftiger Weißwein, Chardonnay, Blauburgunder, gereifter Rotwein |
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Blauschimmelkäse |
Gorgonzola, Roquefort, Stilton |
Süßwein, Gewürztraminer Spätlese, Passito |
Als einfache Faustregel kannst du dir merken: Je milder der Käse, desto leichter darf auch der Wein sein. Je reifer und würziger der Käse wird, desto mehr Struktur und Intensität darf der Wein mitbringen.
Die 5 wichtigsten Regeln für Wein und Käse
Natürlich entscheidet am Ende dein persönlicher Geschmack. Ein paar Grundregeln machen es allerdings deutlich einfacher, ein harmonisches Paar zu finden.
1. Käse und Wein sollten ähnlich intensiv sein
Ein leichter Frischkäse würde neben einem schweren, alkoholreichen Rotwein beinahe verschwinden. Kräftiger Käse verlangt dagegen nach vollmundigen Weinen. Umgekehrt wirkt ein sehr leichter Weißwein schnell belanglos, wenn daneben ein mehrere Jahre gereifter Hartkäse liegt.
Deshalb gilt:
Milder Käse passt zu leichterem Wein, würziger und gereifter Käse zu einem kräftigeren Wein.
Dabei bedeutet kräftiger nicht automatisch Rotwein. Auch ein gereifter Chardonnay, ein körperreicher Weißburgunder oder ein intensiver Gewürztraminer können genügend Kraft mitbringen, und bei kräftigeren Käsesorten darf auch der Alkoholgehalt etwas höher sein.
2. Säure bringt Frische zu cremigem Käse
Viele Käse sind fettreich und cremig. Ein Wein mit lebendiger Säure schafft dazu einen spannenden Kontrast und lässt die Kombination weniger schwer wirken.
Genau deshalb funktionieren Sauvignon Blanc, Riesling mit feinen Fruchtnoten, der milde Käsesorten perfekt ergänzt, Weißburgunder oder Schaumweine so gut zu vielen Käsesorten.
Besonders bei Mozzarella, Burrata, Ziegenkäse und cremigem Weichkäse ist Frische im Wein meistens ein großer Vorteil, weil solche Weine den Gaumen auffrischen und den Schmelz cremiger Käse ausbalancieren.
3. Süße liebt Salz
Eines der spannendsten Prinzipien beim Food Pairing lautet: süß zu salzig.
Blauschimmelkäse wie Gorgonzola, Roquefort oder Stilton besitzen intensive, salzige und pikante Aromen. Dazu kann ein trockener Wein schnell hart wirken.
Ein edelsüßer Wein schafft dagegen den reizvollsten Gegenpol und passt zu intensivem Blauschimmelkäse am besten. Deshalb zählen Kombinationen wie Roquefort mit Sauternes oder Stilton mit Portwein zu den Klassikern der internationalen Küche.
Aus Südtirol eignen sich beispielsweise süße Gewürztraminer, Spätlesen oder Passito-Weine hervorragend, weil Wein und Käse einander hier besonders stimmig ergänzen.
4. Je reifer der Käse, desto kräftiger darf der Wein werden
Der Reifegrad wird bei der Weinauswahl häufig unterschätzt.
Ein junger Gouda ist mild, weich und leicht süßlich. Ein lange gereifter Gouda entwickelt dagegen intensive Nuss-, Salz- und Röstaromen.
Dasselbe gilt für Bergkäse, Parmesan oder Pecorino.
Deshalb kann zu einem jungen Käse ein frischer Weißwein ideal sein, während die gereifte Variante hervorragend zu einem strukturierten Chardonnay oder einem eleganten Rotwein passt.
5. Regionale Partner sind oft eine gute Idee
Wein und Käse aus derselben Region ergeben als Produkte einer gemeinsamen Tradition überraschend häufig eine hervorragende Kombination.
Das bekannteste Beispiel ist Sauvignon Blanc aus dem französischen Loiretal mit Ziegenkäse aus derselben Region und demselben Land, etwa Crottin de Chavignol. Im italienischen Piemont treffen regionale Käse wiederum auf die dort heimischen Rotweine.
Auch in Südtirol lässt sich dieses Prinzip wunderbar anwenden: Südtiroler Bergkäse, regionale Spezialitäten und Südtiroler Weine ergeben eine Käseplatte mit echtem Heimatbezug.
Weißwein oder Rotwein zu Käse?
Wenn du bisher automatisch eine Flasche Rotwein geöffnet hast, sobald Käse auf den Tisch kommt, bist du damit nicht allein.
Trotzdem ist Weißwein häufig die vielseitigere Wahl. Der hartnäckige Weinmythos lebt von der verbreiteten Annahme, Rotwein sei automatisch die beste Wahl zu Käse.
Viele kräftige Rotweine besitzen deutlich wahrnehmbare Gerbstoffe. Gemeinsam mit sehr cremigen, salzigen oder milden Käsen kann der Wein dadurch härter, trockener oder bitterer wirken als ohne Käse.
Weißwein bringt dagegen meist mehr Säure und weniger Gerbstoff mit. Besonders frische und cremige Käsesorten profitieren davon.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Rotwein zu Käse grundsätzlich falsch wäre.
Besonders gut funktionieren fruchtige, elegante und nicht zu tanninreiche Rotweine wie Blauburgunder beziehungsweise Pinot Noir. Zu lange gereiftem Hartkäse können auch kräftigere Rotweine hervorragend schmecken.
Die bessere Regel lautet deshalb nicht „Weißwein statt Rotwein“, sondern:
Je cremiger und milder der Käse, desto vorsichtiger solltest du mit tanninreichem Rotwein sein.
Welcher Wein passt zu welcher Käsesorte?
Schauen wir uns die wichtigsten Käsefamilien etwas genauer an.
Welcher Wein passt zu Frischkäse, Mozzarella und Burrata?
Frischkäsesorten besitzen noch keine langen Reifearomen. Dazu zählen etwa Mozzarella, Burrata und Ricotta. Sie schmecken mild, milchig und häufig leicht säuerlich.
Deshalb sollte der Wein ebenfalls frisch und nicht zu kräftig sein.
Sehr gut passen:
-
Sauvignon Blanc
-
Weißburgunder
-
Pinot Grigio
-
leichter Chardonnay
-
trockener Rosé
-
Prosecco oder anderer trockener Schaumwein
Zu sehr cremigen Varianten kann auch ein trockener Perlwein gut funktionieren.
Bei Burrata ist ein Wein mit guter Säure besonders interessant. Sie schafft einen schönen Gegenpol zur ausgeprägt cremigen Füllung.
Auch die Beilagen solltest du berücksichtigen. Wird Mozzarella beispielsweise mit Tomaten und Basilikum serviert, passen die Kräuter- und Fruchtaromen eines Sauvignon Blanc besonders gut, und Trauben oder kleine fruchtige Akzente auf der Platte können das Pairing zusätzlich unterstützen.
Welcher Wein passt zu Ziegenkäse?
Ziegenkäse und Sauvignon Blanc gehören zu den bekanntesten Wein-Käse-Paarungen.

Junger Ziegenkäse besitzt häufig eine deutliche Frische und leicht säuerliche Noten. Sauvignon Blanc greift genau diese Eigenschaften auf und ergänzt sie häufig mit Zitrus-, Kräuter- und mineralischen Aromen. Gerade bei Loire-Ziegenkäse spielt auch die Herkunft eine Rolle; eine wichtige frage ist zudem, wie die milch der Ziege den Charakter des Käses prägt. Ähnlich gut funktioniert das Pairing auch bei Schafs-Käsen und Sorten aus Schafsmilch, die je nach Reife von mild bis aromatisch reichen.
Neben Sauvignon Blanc passen auch:
-
Riesling
-
Kerner
-
Grüner Veltliner
-
trockener Rosé
-
bei gereiftem Ziegenkäse auch kräftigere Weißweine oder Syrah
Gerade Südtiroler Sauvignon Blanc eignet sich durch seine Frische, Mineralität und häufig ausgeprägte Kräuteraromatik hervorragend für dieses Pairing.
Welcher Wein passt zu Brie und Camembert?

Brie und Camembert verbinden eine cremige Textur mit den typischen Aromen ihrer weißen Edelschimmelrinde, wobei auch die Rinde den Geschmack mitprägt.
Hier gibt es zwei besonders gute Strategien.
Du kannst einen cremigen Käse mit einem ebenfalls etwas volleren Chardonnay oder Weißburgunder kombinieren; ein Hauch von Eiche kann dabei besonders gut mit cremigen, reiferen Exemplaren harmonieren. Oder du setzt bewusst auf Kontrast und servierst einen Schaumwein. Seine Säure und Perlage bringen Frische zwischen die einzelnen Bissen.
Gut geeignet sind:
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Weißburgunder
-
Chardonnay-basierter Schaumwein
-
Franciacorta oder Champagner
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eleganter Blauburgunder
Bei Rotwein solltest du eher auf Frucht und Eleganz als auf viel Tannin und Alkohol setzen.
Welcher Wein passt zu Rotschmierkäse?

Münster, Munster, Taleggio, Limburger und andere Rotschmierkäse können ausgesprochen intensiv duften und schmecken.
Ein zurückhaltender Wein wird daneben schnell überfordert.
Hier kommt eine der großen Stärken des Gewürztraminers ins Spiel. Er harmoniert hervorragend mit gewaschenen Rindenkäsen, weil seine ausgeprägte Aromatik mit floralen, exotischen und würzigen Noten genügend Charakter besitzt, um einem kräftigen Käse Paroli zu bieten.
Besonders empfehlenswert sind:
-
leicht restsüßer Gewürztraminer
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körperreicher Weißburgunder
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aromatischer Riesling
Je würziger und salziger der Käse wird, desto interessanter kann eine leichte Restsüße im Wein werden.
Welcher Wein passt zu Gouda und Schnittkäse?

Schnittkäse ist besonders vielseitig, weil sein Geschmack stark vom Reifegrad abhängt.
Zu jungem Gouda, Edamer, mildem Fontina oder Tilsiter passen unkomplizierte, fruchtige Weine:
-
Chardonnay
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Pinot Grigio
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leichter Blauburgunder
Bei lange gereiftem Gouda darf der Wein deutlich kräftiger werden. Die nussigen, würzigen und teilweise leicht karamelligen Reifearomen harmonieren hervorragend mit gereiftem Chardonnay oder einem eleganten Rotwein. Ähnlich würzig zeigt sich Manchego als gereifter spanischer Hart- bis Schnittkäse, der besonders stimmig mit Tempranillo wirkt.
Deshalb lohnt es sich bei Schnittkäse besonders, nicht nur auf den Namen des Käses, sondern auch auf dessen Alter zu achten.
Welcher Wein passt zu Parmesan, Pecorino und Bergkäse?

Mit zunehmender Reife verliert Hartkäse Wasser. Seine Aromen werden konzentrierter und häufig entstehen intensive nussige, salzige und würzige Noten. Auch die Schärfe gereifter Sorten kann bei der Weinwahl eine Rolle spielen.
Hier öffnet sich auch die Tür für Rotwein.
Sehr gute Begleiter sind:
-
kräftiger Weißburgunder
-
gereifter Chardonnay
-
Blauburgunder beziehungsweise Pinot Noir
-
gereifte Rotweine mit ausgewogenen Tanninen
-
hochwertiger Schaumwein
Zu Parmigiano, etwa Parmigiano Reggiano, funktioniert beispielsweise ein strukturierter Chardonnay ebenso wie ein eleganter Rotwein; für ältere, salzige Hartkäsesorten kann auch ein Barbaresco sehr stimmig sein.
Zu Südtiroler Bergkäse sind Weißburgunder und Blauburgunder besonders interessante Partner, zu Gruyère-ähnlichen, nussigen Hartkäsen passt daneben auch Viognier. Bei sehr kräftig gereiften Varianten darf auch der Wein mehr Struktur besitzen, etwa ein ausgewogener Bordeaux.
Welcher Wein passt zu Gorgonzola und Blauschimmelkäse?
Jetzt darf es süß werden.

Gorgonzola, Roquefort und Stilton gehören zu den intensivsten Käsesorten überhaupt. Ihre Kombination aus Salz, Würze und Edelschimmel verlangt nach einem Wein, der dagegenhalten kann.
Besonders gut eignen sich:
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Beerenauslese
-
Trockenbeerenauslese
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Passito
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süßer Gewürztraminer
-
Portwein
-
Sauternes
Ein besonders spannender Südtiroler Partner ist ein Gewürztraminer Passito oder eine Gewürztraminer Spätlese. Die aromatische Frucht und Süße bilden einen wunderbaren Gegenpol zum salzigen Käse.
Wer dieses Pairing noch nie probiert hat, sollte ihm unbedingt eine Chance geben.
Südtiroler Wein und Käse: vier besonders schöne Kombinationen
Für eine Käseplatte mit Südtirol-Bezug musst du keineswegs auf internationale Klassiker zurückgreifen. Gerade für Feinschmecker sind solche Kombinationen besonders spannend. Südtirol bietet genügend unterschiedliche Weinstile für einen kompletten Käseabend; die folgenden Kombinationen sind als Vorschläge für Käsefreunden gedacht.
Sauvignon Blanc zu Ziegen- und Frischkäse
Südtiroler Sauvignon Blanc verbindet Frische und Säure häufig mit Zitrusfrüchten, Stachelbeere, Kräutern und mineralischen Noten.
Damit ist er ein hervorragender Partner zu Ziegenfrischkäse, Mozzarella und Kräuterfrischkäse.
Weißburgunder zu Weichkäse und mildem Bergkäse
Weißburgunder zählt zu den klassischen Südtiroler Rebsorten und ist ein besonders vielseitiger Speisebegleiter.
Seine elegante Frucht, Frische und häufig feine Cremigkeit machen ihn zu einem ausgezeichneten Begleiter von Brie, Camembert, mildem Schnittkäse und jüngerem Bergkäse.
Gewürztraminer zu kräftigem Käse
Wenn der Käse intensiver wird, schlägt die Stunde des Gewürztraminers.
Seine ausgeprägten Aromen und seine Fülle passen hervorragend zu Rotschmierkäse und würzigen gereiften Käsesorten.
Als Spätlese oder Passito ist Gewürztraminer außerdem ein hervorragender Partner zu Blauschimmelkäse.
Blauburgunder zu gereiftem Hartkäse
Wer unbedingt Rotwein zum Käse möchte, findet im Südtiroler Blauburgunder einen ausgezeichneten Kandidaten.
Seine Frucht, elegante Struktur und meist feineren Tannine machen ihn deutlich vielseitiger als sehr schwere, gerbstoffreiche Rotweine.
Besonders gut passt Blauburgunder zu gereiftem Bergkäse, Parmesan oder altem Gouda.

Welcher Wein passt zu einer gemischten Käseplatte?
Eine Käseplatte mit Frischkäse, Brie, Bergkäse und Gorgonzola stellt den Wein vor eine schwierige Aufgabe. Je nach Runde und Umfang der Platte fällt die Auswahl anders aus, zumal kleinere Varianten oft eher als Aperitif gedacht sind.
Es gibt drei sinnvolle Lösungen.
Ein Wein für die ganze Käseplatte
Wenn du nur einen Wein öffnen möchtest, wähle einen frischen, aber nicht zu leichten Weißwein.
Gute Allrounder sind:
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Weißburgunder
-
Chardonnay
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Riesling
-
trockener Schaumwein
Bei einer sehr vielfältigen Käseplatte würden wir einen Südtiroler Weißburgunder besonders empfehlen.
Zwei Weine zur Käseplatte
Noch besser funktioniert eine Kombination aus:
-
einem trockenen Weißwein für Frischkäse, Weichkäse und Hartkäse
-
einem Süßwein für Blauschimmelkäse und sehr würzige Sorten
Damit deckst du bereits einen enorm großen Bereich ab.
Drei Weine für den perfekten Käseabend
Wenn die Weinbegleitung selbst Teil des Abends sein soll, kannst du drei unterschiedliche Stile servieren:
-
Sauvignon Blanc oder Weißburgunder zu mildem Käse
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Chardonnay oder Blauburgunder zu gereiftem Käse
-
Gewürztraminer Spätlese oder Passito zu Blauschimmelkäse
So wird aus einer einfachen Käseplatte beinahe eine kleine Weinverkostung.
Käse und Wein richtig servieren
Auch der beste Wein kann sein Potenzial nicht zeigen, wenn Käse und Wein direkt aus einem zu kalten Kühlschrank auf den Tisch kommen.
Käse rechtzeitig temperieren
Nimm den Käse je nach Sorte und Größe ungefähr 30 bis 60 Minuten vor dem Essen aus dem Kühlschrank.
Bei Raumtemperatur wird die Textur cremiger und die Aromen kommen auf der Zunge und im Mund deutlich besser zur Geltung.
Weißwein nicht zu kalt servieren
Leichte, frische Weißweine kannst du ungefähr bei 8 bis 10 Grad servieren.
Kräftigere Weißweine wie Chardonnay oder hochwertige Weißburgunder dürfen mit etwa 10 bis 12 Grad etwas wärmer sein.
Zu kalt servierter Wein wirkt häufig verschlossen und zeigt weniger Aroma.
Rotwein leicht gekühlt genießen
Auch Rotwein gehört nicht unbedingt bei klassischer Zimmertemperatur ins Glas.
Blauburgunder und andere elegante Rotweine schmecken zu Käse häufig bei etwa 15 bis 17 Grad besonders gut. So bleiben Frucht und Frische erhalten.
Von mild nach kräftig verkosten
Beginne auf einer Käseplatte mit den mildesten Sorten und steigere die Intensität langsam.
Eine mögliche Reihenfolge lautet:
Frischkäse, Ziegenkäse, Weißschimmelkäse, Schnittkäse, Hartkäse, Rotschmierkäse und zum Schluss Blauschimmelkäse.
Wer mit einem kräftigen Gorgonzola beginnt, wird die feinen Aromen eines Mozzarellas danach kaum noch wahrnehmen.
Die häufigsten Fehler beim Wein-Käse-Pairing
Einige kleine Fehler können eine eigentlich gute Kombination schnell zunichtemachen.
Zu den häufigsten gehören:
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automatisch einen schweren Rotwein zu jeder Käsesorte zu servieren
-
einen sehr kräftigen Wein mit einem milden Käse zu kombinieren
-
bei Blauschimmelkäse ausschließlich trockene Weine auszuprobieren
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den Reifegrad des Käses nicht zu berücksichtigen
-
Weißwein zu kalt und Rotwein zu warm zu servieren
-
den Käse direkt aus dem Kühlschrank auf den Tisch zu stellen
-
auf einer großen Käseplatte mit dem intensivsten Käse zu beginnen
Sieh die Empfehlungen trotzdem nicht als starre Gesetze. Wein und Käse sollen vor allem Spaß machen. Zwei unterschiedliche Weine zu öffnen und direkt miteinander zu vergleichen, ist oft der beste Weg, die eigenen Lieblingskombinationen zu entdecken.
FAQ - Häufige Fragen zu Wein und Käse
Welcher Wein passt allgemein am besten zu Käse?
Wenn du einen möglichst vielseitigen Wein suchst, sind Weißburgunder, Riesling oder Chardonnay gute Kandidaten. Für eine gemischte Käseplatte eignet sich besonders ein trockener, frischer Weißwein mit genügend Struktur.
Welcher Wein passt zu Camembert?
Zu Camembert passen Chardonnay, Weißburgunder und trockener Schaumwein besonders gut. Wer Rotwein bevorzugt, kann einen eleganten Blauburgunder ausprobieren.
Welcher Wein passt zu Parmesan?
Parmesan braucht aufgrund seiner intensiven Würze einen Wein mit genügend Struktur. Gereifter Chardonnay, kräftiger Weißburgunder, Blauburgunder oder ein ausgewogener Rotwein sind sehr gute Begleiter.
Welcher Wein passt zu Bergkäse?
Das hängt stark vom Reifegrad ab. Zu jüngerem Bergkäse passen Weißburgunder oder Chardonnay. Gereifter Bergkäse verträgt kräftigere Weißweine und elegante Rotweine wie Blauburgunder.
Welcher Wein passt zu Gorgonzola?
Zu Gorgonzola sind süße Weine die klassische Wahl. Passito, Beerenauslese, süßer Gewürztraminer, Portwein oder Sauternes bilden einen reizvollen Kontrast zu Salz und Würze des Blauschimmelkäses.
Welcher Wein passt zu Raclette oder Käsefondue?
Zu geschmolzenem Käse sind frische trockene Weißweine meistens die beste Wahl. Riesling, Weißburgunder oder ein mineralischer Sauvignon Blanc bringen Säure und Frische und bilden einen angenehmen Kontrast zur cremigen, gehaltvollen Textur; dieselbe Logik gilt etwa auch für warme Käsegerichte aus Italien.
Fazit: Der perfekte Wein zu Käse hängt vom Käse ab
Den einen Wein, der zu jeder Käsesorte perfekt passt, gibt es nicht. Genau das macht die Kombination aber so spannend.
Statt automatisch zum kräftigen Rotwein zu greifen, lohnt sich ein Blick auf die Eigenschaften des Käses: Ist er mild oder würzig, jung oder gereift, cremig oder fest, eher frisch oder deutlich salzig – und wie Wein durch Fermentation geprägt?
Frische Weißweine sind ausgezeichnete Begleiter zu jungem und cremigem Käse. Chardonnay und Weißburgunder funktionieren bei zahlreichen Weich- und Hartkäsesorten. Gewürztraminer zeigt seine Stärke bei intensivem Käse und Süßwein macht Blauschimmelkäse zum besonderen Erlebnis. Und wenn es Rotwein sein soll, sind elegante, fruchtige Varianten wie Blauburgunder häufig die bessere Wahl – auch weil regionale Prägung durch Boden und Klima bei Wein wie Käse den Charakter mitbestimmt; klassische Schaumweine wie Champagner stehen zudem für Herkunft aus dem Norden Frankreichs.
Am schönsten wird es ohnehin beim Ausprobieren. Stell ein paar unterschiedliche Käsesorten auf den Tisch, öffne zwei oder drei Weine und finde heraus, welche Kombination dir am besten schmeckt. Dabei zeigen schon kleine Auswirkungen der Herkunft der Milch, wie unterschiedlich ein Käse wirken kann.